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Meinungen zum Album

Der Begriff "Casting-Band" erzeugt Bilder im Kopf und Töne im Ohr. Verwechselbare Stimmen trällern seichte Texte zu noch seichteren Melodien. Massenkompatibel soll es sein, nicht kreativ. Doch es geht auch anders, wie das neue Album "Impulse" der Brandenburger Band "Puls-T" zeigt. Die Melodien sind eher experimentell als eingängig und bei den Texten zählt der Sinn der Worte mehr als der schöne Klang. ... Harte Rock-Passagen wechseln sich ab mit melodischen Akustik-Klängen und Akkorden aus dem Synthesizer. Hin und wieder tönen kubanische Bongos im Hintergrund. Als "Reise" bezeichnet Sänger Torsten Gränzer das Album "Impulse". Jedes Lied ist eine neue Herausforderung, eine neue Station an Macher und Hörer. Als Reise könnte man auch die Geschichte der Band bezeichnen. Torsten Gränzer und Kollege Thoralf Pötsch machten sich vor vier Jahren auf den Weg. ... Sänger Torsten ... kritisiert die - in seinen Augen - paradoxe Gesellschaft, erzählt von Heimatlosen und Hoffnungsvollen, von der Angst und dem Alter...

Sinah Hoffmann, Märkische Allgemeine Zeitung vom 8. März 2011

 

Mit der CD „Impulse“ legt die Band PULS-T ein Debüt –Album vor, das auf den ersten Blick bzw. beim ersten Hören den von Fauxpas bekannten Sänger Torsten Gränzer nicht wieder erkennen lässt. Wer auf das Herausschreien von Wut und Aggressionen wartet, wird überrascht von durchgehend ruhigem Gesang und überaus zartem Background –Chor. Da die Texte auf der CD gut verstehbar (aber auch nachlesbar) sind, erschließt sich dem Hörer sehr schnell der immer noch vorhandene kritische Geist des Sängers und Texters. In den Texten hinterfragt er die verschiedensten Themen. Von der Auseinandersetzung mit der eigenen Identität („Das bin ich“), dem Sinn des Lebens („Die Welle“) und der Widersprüchlichkeit gesellschaftlicher Realität („Geht’s noch“) bis zum Umgang mit den eigenen Gefühlen und der Frage nach ideologischen Dogmen („Farben“) findet sich alles wieder, was den gebildeten Hörer bewegt. So regen die Texte zum Nachdenken an und die musikalische Umsetzung berührt auf eine ganz eigene Weise emotional. Die überwiegend ruhige, den Gesang tragende Musik ist abwechslungsreich instrumentiert und handwerklich sehr gut gemacht. Hervorstechend sind dabei die Gitarrensounds und die Perkussion –Einlagen obwohl alle Musiker ihre Instrumente gleichermaßen gut beherrschen. Trotz des Verzichts auf harte Gitarrenriffs, ist die Musik kraftvoll und alles andere als langweilig. Die musikalische Harmonie  steht in einem für mich interessanten, spannungsreichen Kontrast zu den kritischen, teilweise provokanten Textzeilen. Die Musik scheint somit den Weg im Umgang mit den gesellschaftlichen und auch privaten Problemen zu weisen. Nur mit Ruhe und innerer Gelassenheit sind wir in der Lage uns mit der Realität auseinander zu setzen und Lösungen für Veränderungen zu finden. Die CD spiegelt die persönliche und musikalische Weiterentwicklung des Sängers wieder. Seine Begegnung mit den anderen Pulsisten war die Basis dafür und ermöglichte diese Entwicklung. PULS-T legt 12 Stücke vor, die auf einer CD gut miteinander harmonieren und doch so unterschiedlich sind, dass die Zeit beim hören wie im Flug vergeht. Eine CD, die mir mit jedem Hören besser gefällt und deshalb weiter empfohlen werden kann. Mit PULS-T ist Gränzer, der Rebell zurück gekehrt, wenn auch etwas leiser und erwachsener.

Bertram Klitscher, Psychotherapeut

 

Nun sitze ich hier, versuche der gerade frisch auf den Mark gekommenen Scheibe "Impulse" von Puls-T einen für mich passenden Namen zu geben. Und selten fiel es so schwer. Doch daran trug weder die Scheibe noch die Band eine Schuld. Es ging ums Zulassen. Zulassen für mich. Als Fan der Rockband Fauxpas und somit Sänger Gränzers geistigen Ergüssen, hatte ich damit so meine Problemchen. Ich war vom Ende Fauxpas´nicht wirklich begeistert, war sehr lange sehr traurig darüber und habe eine ganze zeitlang die Augen-oder viel mehr die Ohren- vor diesem neuen Projekt PulsT nicht aufbekommen. Ich wollte eine neue Fauxpas-Scheibe und war mit PulsT völlig überfordert. Und dann fängt diese CD auch noch mit Sprechgesang an... Ich hatte das Privileg vor Erscheinen der Platte, Puls T im Proberaum und bei einem Livekonzert vorab kennen lernen zu dürfen. Im Proberaum wurde ich vom Song "Panik" nahezu weggefegt. War 10 Minuten keiner Bewegung fähig. Fühlte mich emotional nackt gemacht und durchschaut! Und fragte mich nach etwa 10 Dürchläufe der Scheibe immer noch, wann die endlich mal genauso zündet? Dazu später mehr. Denn es gibt ein relativ simples Geheimrezept dieser CD!! Mit dem Opener "Das bin ich" hatte ich anfangs große Probleme. Der Refrain gefiel auf Anhieb, doch ich konnte mich nicht an Gränzers Sprachgesang gewöhnen.Ich fand den Song insgesamt ein wenig langweilig. Mit "Gehts noch" selbiges Spiel. Den kannte ich als "designierter Pokerspieler" schon vorher und er war, durch eben jenen Sprechgesang auch nicht wirklich einer meiner Favoriten. Und dann plötzlich, wie aus heiterem Himmel erschlägt mich "Gift". Wow, der ging gleich mal tief. Sehr emotionaler und geistreicher Song. Und musikalisch -nach meinem Geschmack- endlich der Beginn dieser Scheibe. Dachte ich...Dann kommt "Die Welle". Das Sonnenblumenlied. Auch einer jener, an denen ich lange nicht rangekommen bin. Er hat etwas, einen sehr eigenen Charme. Doch ist er mir zu sachte. Mit "Heimat" trafen die Pulsisten dann wieder voll meinen Nerv. Den mag ich! Ebenso wie "Farben" musikalisch wie textlich sehr tiefgreifend. Dann angesprochenes "Panik"... Als ich dann bei "Durch die Wüste" angelangt bin, will irgendwas in mir die Scheibe immer wieder aus dem Player nehmen. Ich mag diesen Song, aber der wühlt wirklich extrem in meinem Innersten! Und da ich mich über diesen Punkt immer hinweg begebe, gelange ich zu "Jahre". Und das ist mein persönlicher Favorit auf dieser CD. Der hat einfach alles. Musikalisch absolut genial, textlich sehr tiefgreifend. Besonders aber, weil die Tempowechsel innerhalb des Songs einfach mal riesig Spaß machen. Das ist eines dieser Lieder, welches auch nach dem 1000. Mal hören nicht langweilig wird. Als ich das Bootlek in den Händen hielt, fragte ich mich was die Pulsisten mir sagen wollten in dem sie "Auf Wiedersehen" eben nicht an letzte Stelle - sondern an drittletzter Stelle auf diesem Debüt-Album platzierten...? Kommen wir zum "Schalflied" Die Elternsicht des Torsten Gränzer. In diesem Lied steckt so viel Liebe und Wärme. Nicht zuletzt auch der sehr sanften Akkustik-Gitarren der Herren Pötsch und Kirch wegen. Der emotionale Höhepunkt des Albums. Zum Abschluß dieser CD, beim Instrumental "Tanz der Elfen" wird wieder einmal sehr deutlich, wie schmal der Grad zwischen Genie und Wahnsinn ist. Ich halte Toralf Pötsch für einen Gitarristen, der in einer Liga spielt die nur wenige erreichen. Doch hat er eben jenen Hang in seinem Kopf und seinen Finger, mit seinem Gitarrenspiel in Sphären abzudriften die "Normalsterbliche" nicht verstehen. Den Ritt auf Messers Schneide hat er allerdings bei den "Elfen" nahezu perfekt gemeistert. Der ist so melodiös, dass der tagelang nicht wieder aus dem Kopf will. So, was ist nun eigentlich passiert bei diesem Album? Alle 10 beteiligten Musiker stellen ihre einzelne Klasse in der Gesamtheit zur Schau. Es passt einfach. Es ist eigentlich nicht fair hier noch Einzelne herauszuheben. Und doch muss ich... Denn der Gewinn des Percussionisten Göran Schade war und ist für dieses Projekt das pure Gold. Er bringt so viel Frische, so viel Begeisterung in dieses Projekt und gibt mit seinen Händen, welche dem menschlichen Auge Probleme bereiten zu folgen, dieser CD das Leben! Noch ein Wort zu Torsten Gränzer. Er ist sicher nicht der weltbeste Sänger. Wenn man aber all seine Vorurteile abschalten kann und sich auf seine Stimme einlässt, fängt sie plötzlich an zu wirken. Denn er singt. Vorher hat er sehr oft geschrien, heute muss er dies nicht mehr. Sein ureigener Reifeprozess wird auf dieser Platte wieder mehr als deutlich und macht auch deshalb dieses Album so wertvoll! Kommen wir zum Geheimrezept, welches gar nicht so geheim ist. Die ersten Durchläufe waren mitunter sogar zäh. Die Scheibe wollte einfach nicht wirken... Ich kann nur sagen, nehmt euch Zeit und dreht die Anlage bis kurz vor die Schmerzgrenze. Unabhängig ob nun die eigene oder die der Nachbarn. Es wird sich auf jeden Fall lohnen. Denn mit zunehmender Lautstärke brennt sich dieses Album in die Gehörgänge. Plötzlich stellt man fest, dass dort zehn Künstler am Werk sind, die es geschafft haben -auf sehr wertvolle Art und Weise- emotionale sowie musikalisch Ergüsse zu verknüpfen. Ein sehr gelungenes Debüt-Album einer Band - welches Lust auf mehr macht!

Ronny Stengel, Autor

 

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